Ein Bericht von Rolf Grotenrath
Mein Name ist Rolf und ich bin seit dieser Saison von einem „Dickschiff“ auf den Aero umgestiegen. Ich durfte an dem Trainingswochenende für die Aeros am Langener Waldsee in Hessen teilnehmen. Dieses fand zum wiederholten Male statt und war mit der auf 12 Boote limitierten Anzahl ausgebucht. Das Teilnehmerfeld bestand aus einer bunten Mischung aus 6ern, 7ern und einem exotischen 9er (meiner).
Das Wetter hätte besser nicht sein können. Es war sonnig und der Wind pfiff böig und drehend aus südlicher Richtung, in der Spitze mit mehr als 20 KN.
Trainingsstart war Samstag 10:00 Uhr. Nach einer Begrüßung durch unsere Trainerin Juliane und unseren Trainer Marcus, wurde uns zuerst das Wochenendprogramm vorgestellt, bevor es aufs Wasser ging.
Der Schwerpunkt lag auf dem richtigen Bootshandling. Ein Satz von Marcus geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf: „Du musst das Boot beherrschen und nicht das Boot Dich“. Eine Erkenntnis, die ich mit meinem 9er an diesem Tag noch schmerzlich erfahren musste.
Oberste Priorität beim Aero ist das Aufrechtsegeln. Krängung bremst und lässt das Boot am Wind zu sehr nach Lee wegdriften. Ich habe auch gelernt, dass das „Kneifen“ beim Aero wenig zielführend ist. Lieber etwas tiefer segeln und dafür schnell. Dies verbessert die gutgemachte Geschwindigkeit (VMG) deutlich.
Um dies zu üben, wurden wir in zwei Gruppen auf einen nicht zu hohen Amwindkurs geschickt. Die Aufgabe bestand darin, viel mit der Schot zu arbeiten, um das Boot möglichst aufrecht zu segeln. Beide Trainer begleiteten uns auf Motorbooten. Ein Feedback gab es unmittelbar vor Ort.
Die zweite Trainingseinheit galt dem Ausnutzen der Lee- beziehungsweise Luvkrängung bei Bojenmanövern. Kursänderungen sollten unter möglichst wenig Rudereinsatz durchgeführt werden. Marcus: „Das Ruder muss hinterherlaufen“. Eine Übung, an der ich leider nicht teilnehmen konnte, weil ich mit „Baden“ beschäftigt war.
Die dritte Übungseinheit war dem Startprozeder gewidmet, und dies im 3-Minuten-Takt.
Die aufgenommenen Videos brachten „gnadenlos“ die Wahrheit ans Licht. Eine Nachbesprechung fand an beiden Tagen statt, mit sehr viel Input und reger Beteiligung aller Teilnehmer.
Der Samstagabend endete mit einem gemütlichen Ausklang beim Italiener. Zeit genug, um die „Wunden“ zu lecken.
Am Sonntag war Racing angesagt. In 4 Läufen a zwei Runden wurde versucht, das Gelernte in die Tat umzusetzen. Mein persönliches Highlight: ich durfte mir für den Renntag von der KV ein 6er Segel ausleihen. Für mich war dies der Aha-Moment und der Spruch von Marcus über die Bootsbeherrschung wurde real. Ich sage nur: „weniger ist mehr“. Mir wurde schnell klar, dass ich bis jetzt mit meinem 9er Segel bei mehr Wind nur im Survival-Modus unterwegs war – ein bisschen frustrierend.
Abschließend möchte ich mich im Namen aller Teilnehmer bei Juliane und Marcus für dieses lehrreiche und toll organisierte und begleitete Event bedanken. Sie haben uns viel von Ihrer Erfahrung vermitteln können. Ich kann das nur jedem wärmstens empfehlen. Ich, für meinen Teil, werden beim nächsten Mal wieder dabei sein.

