Ein Bericht von Julius Hornung
Die Hamburger Aussenalster ist ein berüchtigt herausforderndes Segelrevier. Bei der Herbst-Verbandsregatta im Hamburger Segel-club, forderte sie jeden der 11 RS Aero Segler auf unterschiedliche Weise. Für den einen waren es die ersten Regatta Schläge im Aero, für den nächsten eine Auswärtsreise einmal quer durch die Republik, für die leichten Jugendsegler ein Ausdauertest mit Kenterungen in den unvorhersehbaren Böen, und für die Top 3 ein Kopf an Kopf Rennen um jeden Punkt, inklusive Protestverhandlung mit versöhnlichem Ende.
Bereits am Freitag trafen wir uns auf dem Wasser zum Training, organisiert von den Aero Seglern des benachbarten Norddeutschen Regatta Vereins. Unter Aufsicht eines Coach Boots lag der Fokus auf Starts— dem ergattern und verteidigen eines Platzes an der Linie und dem rechtzeitigen, explosiven Beschleunigen genau im richtigen Augenblick, intensiviert durch die Begrenzungen einer Startbox zum simulieren einer vollen Linie im großen Feld.
Bevor das trainierte aber angewendet werden konnte, war Geduld gefragt– denn auch das Warten auf Wind gehört manchmal zu den Herausforderungen auf der Alster. Am ersten Regatta Tag warteten wir jedoch vergeblich. Stattdessen war reges treiben auf dem Gelände des Hamburger Segel-Clubs angesagt: fachsimpeln bei den Booten, beobachten der Flautenregatta der Optis, und zum Abschluss ein gemeinsames Essen in der Nachmittagssonne.
Am Sonntag bescherte die Alster endlich den versprochenen Wind für 4 intensive Wettfahrten, dazu wolkenlosen, warmen Sonnenschein. Auch wieder in typischer Manier strahlten die Böen stark Schwankend in Richtung und Stärke über das Wasser, und forderten vorausschauende Taktik und ein wenig Glück. Das Starttraining am Freitag erwies sich als richtiger Impuls, denn die 11 Boote starteten gemeinsam und segelten neben ihren Klassenwertungen um einen verrechneten Gesamtsieg. So blieb das Feld stets eng bei einander, auf der kurzen Bahn war es äusserst schwer für die 7er Riggs, die notwendige Zeitdifferenz für die Gesamtplatzierung rauszusegeln. Trotz 3 von 4 line honours siegen auf dem Wasser, schaffte es Julius Hornung vom NRV im großen 7er Rigg nur auf Platz drei nach berechneter Zeit, hinter den 6er Seglerinnen Jana Scherbarth (HSC) auf Platz 2, und Bernadette Zipfel (HSC), Gesamtsiegerin und stolze neue Halterin des Hamburger Aals.
Die RS Aero Saison auf der Alster ist mit dieser geselligen Regatta (zumindest offiziell) für das Jahr beendet, aber es folgen 21-22. November noch die Letzten Helden beim Blankeneser Segel-Club. Die Hamburger Flotte freut sich schon auf ein letztes Wiedersehen vor Weihnachten, und die ganz anderen Herausforderungen, die die Elbe als Regatta Revier mit sich bringt.
